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Eine andere Sicht

ein Beitrag von Claudia Fehr

ich faste seit 6 Tagen freiwillig – ob ich eingestiegen wäre mit dem Corona, ist eher unwahrscheinlich. Der Verzicht auf Nahrung geht gut, aber ich bin dünnhäutiger und nicht so belastbar. 
Die täglichen News zum neusten Stand der Einschränkungen – folglich auch keine Treffen mit den Mitfastenden, also Verzicht auf physischen Kontakt. Aber das ist eigentlich „nichtig und klein“, den wir sind trotzdem miteinander verbunden per Telefon oder Mail.
Im Austausch miteinander fühlen wir mit all den Familien, welche Kinder haben und arbeiten sollten. Auch denken wir an all die wunderbaren Menschen, die im medizinischen Bereich arbeiten, das Verkaufpersonal in Lebensmittelgeschäften, und an alle die verantwortungsvolle Entscheidungen treffen müssen. 

Und irgendwie spüre ich bei vielen Menschen eine grosse Solidarität, man frägt nach wie geht es Dir, man hilft sich, man kommt sich trotz dem verortneten Distanzhalten näher. 

Vieles was momentan in der Gesellschaft zum Nachdenken/Umdenken anregt, sollte doch möglichst auch Früchte tragen, wenn die Krise ausgestanden ist, das würde ich mir wünschen für unseren Planeten und die ganze Schöpfung.

Den fogenden Text hat mir eine Freundin zugeschickt. Er drückt viel davon aus:

Es könnte sein, dass in Italiens Häfen die Schiffe für die nächste Zeit brach liegen, … es kann aber auch sein, dass sich Delfine und andere Meereslebewesen endlich ihren natürlichen Lebensraum zurückholen dürfen. Delfine werden in Italiens Häfen gesichtet, die Fische schwimmen wieder in Venedigs Kanälen.

Es könnte sein, dass sich Menschen in ihren Häusern und Wohnungen eingesperrt fühlen, … es kann aber auch sein, dass sie endlich wieder miteinander singen, sich gegenseitig helfen und seit langem wieder ein Gemeinschaftsgefühl erleben.

Es könnte sein, dass die Einschränkung des Flugverkehrs für viele eine Freiheitsberaubung bedeutet und berufliche Einschränkungen mit sich bringt, … es kann aber auch sein, dass die Erde aufatmet, der Himmel an Farbenkraft gewinnt und Kinder in China zum ersten Mal in ihrem Leben den blauen Himmel erblicken.

Sieh dir heute selbst den Himmel an, wie ruhig und blau er geworden ist!

Es könnte sein, dass die Schliessung von Kindergärten und Schulen für viele Eltern eine immense Herausforderung bedeutet, … es kann aber auch sein, dass viele Kinder seit langem die Chance bekommen, endlich selbst kreativ zu werden, selbstbestimmter zu handeln und langsamer zu machen. Und auch Eltern ihre Kinder auf einer neuen Ebene kennenlernen dürfen.

Es könnte sein, dass unsere Wirtschaft einen ungeheuren Schaden erleidet, … es kann aber auch sein, dass wir endlich erkennen, was wirklich wichtig ist in unserem Leben und dass ständiges Wachstum eine absurde Idee der Konsumgesellschaft ist.

Wir sind zu Marionetten der Wirtschaft geworden. Es wurde Zeit zu spüren, wie wenig wir eigentlich brauchen.

Es könnte sein, dass dich das auf irgendeine Art überfordert, … es kann aber auch sein, dass du spürst, dass in dieser Krise die Chance für einen längst überfälligen Wandel liegt,

  • der die Erde aufatmen lässt,
  • die Kinder mit längst vergessenen Werten in Kontakt bringt,
  • unsere Gesellschaft enorm entschleunigt,
  • die Geburtsstunde für eine Form des Miteinanders sein kann,
  • der Müllberg zumindest einmal für die nächsten Wochen reduziert,
  • und uns zeigt, wie schnell die Erde bereit ist, ihre Regeneration einzuläuten,
  • wenn wir Menschen Rücksicht auf sie nehmen und sie wieder atmen lassen.

Wir werden wachgerüttelt, weil wir nicht bereit waren es selbst zu tun. Denn es geht um unsere Zukunft. Es geht um die Zukunft unserer Kinder.

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